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Gubener Geschichte der Hutindustrie ist eng mit der Geschichte der Tuchmacherei
verbunden, die schon im Mittelalter in Guben betrieben wurde. Die bereits angesiedelte
Tuchindustrie erleichterte später die Entwicklung der Hutindustrie, denn
genau wie für Tuche boten auch für die Hutherstellung die günstigen
Standortbedingungen wie gute Fachkräfte, der Rohstoff Schafwolle und das
weiche Wasser der Neiße ein optimales Umfeld. | |
| Den Grundstein für
die glanzvollen Zeiten der Hutbranche in Guben legte 1822 ein Hutmacher aus Forst
namens Carl Gottlob Wilke. Er erfand den witterungsbeständigen Wollfilzhut.
Außerdem nutzte er im Zuge der Industrialisierung den Einsatz von Maschinen
und schaffte durch Arbeitsteilung enorme Produktivitätssprünge gegenüber
der manuellen Fertigung. Wilke stellte vor allem Woll- und Haarfilzhüte her.
Seit 1867 wurde vom heutigen Standort des Technischen Museums der Hutindustrie
aus mit bereits 100 Mitarbeitern produziert. Die Firma Wilke blieb auch weit über
Carl Gottlobs Tod hinaus ein erfolgreiches und vor allem in den 20er und 30er
Jahren ein blühendes Familienunternehmen bis 1945. |
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stärkste Konkurrenz bekam das Unternehmen Wilke durch die Berlin-Gubener
Hutfabrik AG unter der Leitung von Herrmann Lewin. Dieser Betreib kaufte im Laufe
der Zeit verschiedene kleinere Betriebe dazu und beschäftigte 1922 3000 Arbeiter
und Angestellte, seit Herrman Lewins Tod 1920 unter der Leitung des Generaldirektors
(s. Foto) Dr. Alexander Lewin. Da Lewin als Jude unter den Repressionen des Nazi-Regimes
zu leiden hatte, verlies er das Land und mußte die Hutfabrik zurücklassen. |
| Im Krieg wurde die
Produktion in den Hutfabriken weitestgehend auf "kriegswichtige" Produkte
umgestellt und viele Hutfabriken in Guben wurden geschlossen. Zu allem Übel
erlitt Guben, bis dahin unbeschadet davongekommen, in den letzten Wochen des Krieges
Zerstörungen im erheblichen Ausmaß durch Frontkämpfe zwischen
Deutscher Wehrmacht und Roter Armee. Durch die Zertstörungen erlitt die einst
florierende Hutindustrie ihren wirtschaftlichen Ruin und sollte nie wieder die
Blütezeiten von einst erreichen. | |
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