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stark zerstörte und geteilte Stadt Guben wies nach dem Ende des
Krieges erhebliche Gebäudeschäden in den Werksanlagen der
Hutfabrik auf. Nach Trümmerbeseitigung und Aufräumarbeiten
durch die Gubener wurde als erste die Carl Gottlob Wilke Fabrik in der
Gasstraße wieder in Gang gesetzt. Bereits 1946 arbeiteten wieder
500 Beschäftigte in der Fabrik. Auch die Berlin-Gubener Hutfabrik
konnte die Produktion wieder aufnehmen. Ab 1948 wurden die beiden und
die restlichen kleineren übriggebliebenen Fabriken nach dem Beschluß
der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) enteignet und als
VEB der "Vereinigung Volkseigener Betriebe Pelz" in Leipzig
unterstellt. Die Maschinen aus der Berlin Gubener Hutfabriken wurden
alle demontiert und in die Sowjetunion gebracht, genau wie auch wichtige
Fachspezialisten dorthin abberufen wurden. |
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| Ender
der 40er Jahre wurde erstmals wieder exportiert, vornehmlich in
die Sowjetunion zum Vertragspartner Rasno Export. Nach der Gründung
der DDR 1949 erfolgte 1952 die Gründung des "VEB Vereinigte
Hutwerke Guben", der 5 Werke umfaßte und 1200 Menschen
beschäftigte. Noch in den 50ern begann ein weltweiter Schrumpfungsprozeß
der Hutindustrie, so daß zahlreiche Werke in anderen Teilen
der Republik nach und nach schließen mußten, der VEB
in Guben blieb jedoch bestehen. 1970 wurde dann das "VEB Hutkombinat
Guben" gegründet, denen dann viele keinere Betriebe außerhalb
Gubens angeschlossen wurde. In den 80ern erfolgte dann sogar die
Zusammenlegung bzw. Zuordnung aller Werke der Hutindustrie zum "VEB
Textilkombinat Cottbus", die Leitung für Hüte und
Mützen blieb aber bei den Gubenern. In Guben waren Mitte der
80er Jahre noch 650 Arbeiter und Angestellte in der Hutfabrik beschäftigt,
inklusive der dazugehörigen Betriebsstätten waren es circa
1000. 1988 wurden 2,3 Mio Hüte und Mützen mit einem Umsatzvolumen
von fast 58 Mio. Ostmark produziert. Davon wurden in der Regel ca.
80% in die Ostblockstaaten und der Rest in kapitalisitische Länder
exportiert. |
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Nach der Wende 1990 wurde der Betrieb in die Kapitalgesellschaft
"Gubener Hüte GmbH" umgewandelt, Gesellschafter war
bis zur Privatisierung die Treuhandanstalt. Dringend bedurfte man
mit der marktwirtschaftlichen Umstellung ein Sanierungskonzept für
den Betrieb. Bereits 1990 wurden viele Arbeitsplätze abgebaut
und die Zahl lag 1991 bei nur noch 70 Mitarbeitern. 1993 übernahm
der Unternehmer Herr Ondrich den Betrieb, der jedoch kurz vor dem
Konkurs 1996 ausschied und ein Gesellschafterwechsel vollzogen wurde.
Von 1996 bis 1998 wurde der Versuch unternommen, die drohende Gesamtvollstreckung
abzuwenden. Am 25. Mai 1998 mußte jedoch der Antrag auf Gesamtvollstreckung
gestellt werden.Noch im selben Jahr wurde die Produktion wieder
aufgenommen, doch der Versuch die Tradition der Hutherstellung in
Guben aufrechtzuerhalten scheiterte leider mit der "Neuen Gubener
Hüte Verwaltung GmbH" endgültig 1999.
Das was die Gubener Hutindustrie an die Weltspitze gebracht hatte,
eine auf den Weltmarkt ausgerichtete Innovationspolitik, betrieben
von mutigen Unternehmern wie Wilke und Lewin, konnte nicht wiederbelebt
werden. |
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